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Meeting mit Jens Spahn

Meeting mit Jens Spahn

Mein Meeting mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Am 26.08.2018 war ich nach Berlin ins Bundesministerium für Gesundheit zu einem Meeting mit Jens Spahn eingeladen. Ich hatte mich an der Aktion „#gutepflege – Gut für uns alle“ beteiligt und mein Beitrag wurde von einer Fachjury unter die Besten fünf Einsendungen gewählt. Nun sollte ich die Gelegenheit haben, mit Bundesgesundheistminister Jens Spahn ein Gespräch führen zu können und eine Auszeichnung von ihm entgegen zu nehmen!

Meeting mit Jens Spahn
Shake Hands vor dem Meeting mit Jens Spahn, Quelle: BMG

Über Gutes aus der Pflege berichten

Ich habe meinen Beitrag an diesen Blogbeitrag angeheftet, so dass ihr gerne nachlesen könnt, was ich geschrieben habe. Aber mir war gerade die Motivation hinter dieser Aktion wichtig. Es ging darum, darzustellen, was es denn eigentlich Gutes aus der Pflege zu berichten gibt. Eigentlich waren gerade die Nachwuchskräfte angesprochen, zu denen ich ja nun mit über 20 Jahren Erfahrung in der Pflege nicht mehr zählen dürfte. Aber nachdem ich die Ausschreibung zu dem Wettbewerb auf allen möglichen sozialen Medien geteilt und beworben hatte, schrieb ich doch meine eigene Erfahrung auf. Ich war nämlich wirklich heiß auf das Meeting mit Jens Spahn.

Meeting mit Jens Spahn
Quelle: BMG

Ich war sogar so frech und hab unter die Ausschreibung auf Facebook geschrieben: „@jensspahn, ich freue mich schon auf das gemeinsame Gespräch mit Ihnen.“ Aber darin steckte der ernsthafte Wunsch, einen so guten Bericht zu schreiben, dass ich wirklich die Chance hätte, nach Berlin zu fahren.

Als dann wenige Tage darauf eine Email in meinem Postfach landete und mir mitteilte, dass ich tatsächlich unter die besten fünf Beiträge gekürt worden war, erfasste mich eine Mischung aus Überraschung, Freude, Stolz und einer gewissen Ungläubigkeit.

Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin

Dann ging alles recht schnell. Innerhalb weniger Tage wurde der Flug und die Übernachtung durch das Ministerium organisiert und dann befand ich mich auf dem Weg nach Berlin. Die Auszeichung war als Bestandteil des Tags der offenen Tür geplant.

Am Vortag reiste ich an und verbrachte einen angenehmen Abend in der sommerlichen Hauptstadt. Am nächsten Morgen wurden ich und die anderen Preisträger im Hotel abgeholt und gemeinsam gingen wir in das Bundesministerium. Wir wurden gebrieft, erhielten unsere Namensschilder und wurden über das Gelände geführt.

Anschließend trafen wir uns in der obersten Etage und traten in das Zimmer von Herr Spahn ein. Es waren Kaffee, Kekse und Obst vorbereitet und Herr Spahn begrüßte uns freundlich und freute sich offensichtlich auf diese Begegnung.

Das Gespräch mit dem Bundesgesundheitsminister

Jeder der Gewinner des Wettbewerbes präsentierte seine Geschichte und die Motivation, warum man überhaupt daran teilgenommen hatte. Wir waren uns alle einig, dass trotz aller Probleme und Schwierigkeiten, die es ja in der Pflege gibt, dennoch einfach auch viel positives tagtäglich erreicht und umgesetzt wird.

Über diese positiven Erfahrungen und die gelebten Werte tauschten wir uns intensiv aus. Aber auch die Probleme wurden thematisiert und Herr Spahn führte aus, welche Maßnahmen geplant sind oder sich bereits in der Umsetzung befinden.

Die Diskussion war wirklich intensiv und Herr Spahn selbst schien gern noch weiter mit uns sprechen zu wollen, wurde dann jedoch von seinem Stab gedrängt, die weiteren Programmpunkte in Angriff zu nehmen.

Meeting mit Jens Spahn
Ich erzähle meine Geschichte im Meeting mit Jens Spahn, Quelle: BMG

Öffentliche Auszeichung  

Gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsminister fuhren wir wieder zum Erdgeschoß, durchquerten die Eingangshalle und begaben uns in Richtung Presseraum, in dem schon zahlreiche Gäste saßen. Plötzlich drängte sich die Presse um uns und das war wirklich ein merkwürdiges Gefühl. Wir hatten während des Meeting mit Jens Spahn so eine persönliche Bindung aufgebaut, dass die massive Öffentlichkeitsaufmerksamkeit, die mit dem Ministeramt einhergeht, irritierend wirkte.

Meeting mit Jens Spahn
Meeting mit Jens Spahn, Quelle: BMG

Herr Spahn reagierte aber wirklich extrem souverän und nach kurzen Momenten zwischen wirklich distanzlosen Journalisten betraten wir den Presseraum. Wir gingen gleich auf die Bühne und sollten auch dort in wenigen Worten kurz berichten, welche Erfahrung wir gemacht hatten und warum wir unseren Beruf als Pflegekräfte ausübten. Das war dann schon etwas anderes, wenn neben den knapp 80 Menschen auch noch die Kameras auf einen gerichtet sind.

Aber wir absolvierten, alle gestärkt durch das Gespräch im Meeting mit Jens Spahn, selbstsicher und frei unsere Ansichten. Anschließend überreichte uns der Bundesgesundheitsminister eine Urkunde und einen Berliner Bären als Auszeichnung für unsere Beiträge des Wettbewerbs.

Wow, ich muss sagen, ich war fix und alle. Aber viel Zeit blieb nicht, bis mein Flieger zurück ging. Nachdem wir noch einige Fotos gemacht hatten, war die Auszeichnung beendet. Herr Spahn nahm seine weiteren Verpflichtungen auf und wir verabschiedeten uns. Es war wirklich ein toller Tag, der mir sicher als wichtige Erinnerung meines Lebens erhalten bleiben wird. Zu guter Letzt folgt jetzt hier mein Beitrag:

Mein Beitrag zur Aktion #gutepflege – Gut für uns alle“

Als ich von der Aktion #gutepflege erfahren habe, war ich sofort begeistert und habe es deshalb in meinem Umfeld und den sozialen Medien direkt geteilt. Ich habe dann auch entschieden, selbst einen Beitrag dafür zu schreiben, obwohl ich nun wohl schon etwas länger nicht mehr als Nachwuchskraft gelten kann:

Meine Geschichte handelt von Ännie M. und wir zwei haben uns gar nicht gut verstanden. Aber kaum jemand hatte sich mit ihr vertragen, weil sie eine verbitterte und wütende Frau war, die ständig meckerte und an allem etwas auszusetzen hatte. Ich habe damals als Dauernachtwache gearbeitet und Frau M. schellte regelmäßig drei- bis viermal in der Nacht. Meine Kollegin und ich stritten immer, wer denn jetzt zu ihr musste.

Doch alles änderte sich, nachdem sie schwer gestürzt war. Nach kurzem Krankenhausaufenthalt kam sie wieder in unsere Senioreneinrichtung zurück, aber sie wollte nicht mehr aufstehen, lehnte alle Mahlzeiten und Getränke ab und redete kein Wort mehr. Sie hatte sich entschieden, sterben zu wollen.
Es gab viele Gespräche im Team und mit dem Hausarzt. Angehörige hatte sie keine. Auch mit ihr wurde versucht zu sprechen, aber sie kniff nur die Augen und den Mund zu und sagte weiterhin kein Wort. Gemeinsam wurde dann beschlossen, dass wir ihren Willen respektieren würden. Die Dauermedikation wurde abgesetzt und eine Bedarfsmedikation zur Symptomenkontrolle angeordnet. Frau M. wurde nun palliativ versorgt. Getränke und Mahlzeiten wurden ihr weiterhin angeboten, doch außer wenigen Schlucken Limo lehnte sie weiterhin alles ab. Aber ihr Verhalten hatte sich mit unserer Entscheidung geändert. Wenn ich nun zur Versorgung kam und sie kurzfristig wach wurde, lächelte sie und blickte mich freundlich an.
In meiner letzten Nacht verbrachte ich fast die ganze Zeit bei ihr. Meine Kollegin hatte den Großteil der Rundgänge allein gemacht, während ich bei Frau M. saß, ihr vorsichtig die Lippen und den Mund anfeuchtete, das Gesicht wusch oder ihr etwas gegen die Schmerzen gab, wenn sie unruhig wurde und stöhnte. Obwohl ich selbst Buddhist bin, las ich ihr aus der Bibel vor, die auf ihrem Nachtschrank stand. Ich hatte einfach den Eindruck, dass es sie beruhigte. Am frühen Morgen verstarb Frau M. friedlich und ruhig, während ich das Vater-Unser für sie betete.

Zu ihrer Beerdigung ging ich als ihr Freund. Ich war dankbar, dieser Person begegnet zu sein und wertvolle Zeit mit ihr verbracht zu haben. Noch heute denke ich gerne an sie zurück. Es sind diese tiefen Begegnungen mit Menschen, die mich an meiner Arbeit faszinieren und für die ich meinen Beruf liebe.

 

3 Antworten

  1. Hi heiko Danke fürs teilen. Vielleicht kannst Du mir Tipps geben. Ich bin aktivierungstherapeutin und engagierte Veeh- Harfenspiellerin( sanfte Saiteninstrumen). Mein grösster wünsche ist Menschen mit diesen klängen zu begleiten auf Ihren Weg. Wohne in Basel

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